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Tonleitern, Tonarten und ein Zuhause

Eine Tonleiter ist eine geordnete Auswahl von Tönen. Eine Tonart beschreibt außerdem, welcher Ton als Zentrum empfunden wird. Deshalb können zwei Stücke mit denselben Klaviertasten unterschiedlich wirken.

Dur ist ein Muster von Abständen

Im ersten Kapitel hast du Intervalle verschoben, ohne ihre Größe zu verändern. Das funktioniert auch mit einer Durtonleiter. Ihre Schritte sind 2–2–1–2–2–2–1 Halbtöne.

Von C aus ergibt das C–D–E–F–G–A–B–C. Von G aus ergibt es G–A–B–C–D–E–F♯–G. F wird zu F♯ erhöht, damit am Ende ein Ganzton und ein Halbton stehen. Schwarze Tasten erhalten das Muster. Wir verwenden internationale Tonnamen: B entspricht dem deutschen H.

Gib jedem Ton eine Stufenzahl

Zähle vom Anfang der Tonleiter: In C-Dur ist C die erste, D die zweite und E die dritte Stufe. Das nächste C ist wieder die erste Stufe, eine Oktave höher. In G-Dur ist G die erste und A die zweite Stufe. Stufen beschreiben Beziehungen, keine festen Klaviertasten.

Für die Akkorde auf diesen Stufen verwenden wir später römische Ziffern. Finde zunächst den ersten, dritten und fünften Ton: In C-Dur sind das C, E und G.

Dieselben Töne können ein anderes Zuhause haben

Spiele die weißen Tasten von A bis A: A–B–C–D–E–F–G–A. Das ist natürliches a-Moll. Seine Schritte sind 2–1–2–2–1–2–2. Vom A aus entsteht also ein anderes Muster als vom C aus. Die Abstände von A betragen 0, 2, 3, 5, 7, 8 und 10 Halbtöne.

C-Dur und natürliches a-Moll teilen sieben Tonklassen, haben aber verschiedene tonale Zentren. Sie sind Paralleltonarten. A liegt drei Halbtöne unter C. Auf Englisch heißt diese Beziehung relative major/minor. Das englische parallel major/minor meint dagegen denselben Grundton, etwa C-Dur und c-Moll; auf Deutsch sind das Varianttonarten.

Eine Tonart ist mehr als der Anfangston

Eine Tonleiter ordnet einen Tonvorrat. Eine Tonart hat zusätzlich ein musikalisches Zentrum, die Tonika. Eine Melodie, die auf A beginnt, steht deshalb nicht automatisch in a-Moll. Betonungen, Bass und Schlusswendungen helfen, das Zentrum zu etablieren.

Mollmusik verwendet nicht ausschließlich natürliches Moll. In a-Moll kommt auch G♯ vor: Es liegt einen Halbton unter A und kann deutlich dorthin führen. Mit dieser erhöhten siebten Stufe entsteht harmonisch Moll. Weitere Formen wie melodisch Moll und Modi erweitern die Möglichkeiten; hier konzentrieren wir uns auf Dur, natürliches Moll und das Gefühl eines Zentrums.

Probiere es am Klavier

Höre C-Dur und G-Dur unten und finde das F♯ in der zweiten Tonleiter. Spiele dann weiße Tasten über einem wiederholten tiefen C und ende auf C. Wiederhole das mit A im Bass und ende auf A. Eine Tonleiter allein etabliert keine Tonart; höre, wie Bass und Schluss das Gefühl eines Zentrums beeinflussen.

Höre die Beispiele und vergleiche.

C D E F G A B C

Synthetischer Klang.

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Was haben C-Dur und natürliches a-Moll gemeinsam?

Bisher haben wir Tonleitertöne einzeln betrachtet. Jetzt kombinieren wir mehrere davon zu Akkorden.

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